Road to Tokio

09. April 2021

So wie das Wetter uns im April Streiche spielt, ist in diesen Zeiten auch mit Training und Wettkampfvorbereitungen viel Flexibilität gefragt.

Sehr erwartungsvoll war ich auf das Bike Fitting mit dem neuen Bioracer Motion System! Draußen bahnte sich die Frühlingssonne langsam den Weg und mein Zeitfahrrad wollte endlich auf die Straße. In den letzten Wochen auf der Rolle hatte ich allerdings meine Radprothese gewechselt und kämpfte mit zu viel Bewegungspielraum am Stumpf. Die Kraft wollte nicht so direkt auf die Pedale.

Kleine Änderungen mit großer Wirkung! Dazu die Vorfreude auf die Weltmeisterschaft Paratriathlon Anfang Mai in Milan und auf unser kleines private Trainingscamp in den Osterferien in Girona verlieh der erste Radausfahrt bei frühsommerlichen Temperaturen Flügel! Nun noch ein Paar Korrekturen an der Prothese, fleißig trainieren und die Saison kann kommen!

Noch nicht zu Ende gedacht, wurde die WM aufgrund wieder steigender Infektionszahlen auf den Herbst verschoben werden und auch unser Ostercamp konnten wir unter diesen Bedingungen nicht verantwortungsvoll durchführen. Wieder heißt es umdisponieren! Neu fokussieren auf das WPS-Rennen in Yokohama am 15. Mai, mit dem der neue Qualifikationszeitraum für Tokio nun starten soll und einfach konsequent weitertrainieren.

Unser Trainingscamp läuft jetzt als „stay at home“ Event! Vier Rollen stehen Seit an Seit in unserem Wohnzimmer, so wird es uns auch heiß, wenn draußen wieder die Schneeflocken tanzen. Bunte Trainingsmatten zieren jetzt neben lustiger Osterdeko und Ostereiern den Fußboden und ein kurzweiliges Übungsprogramm bei Musik verbreiten gute Laune.

In Gedanken schon in Vorbereitung auf Yokohama mit seinen besonderen „bubble“-Bedingungen klingelt das Telefon: „Elke, wie spontan bist Du? Kennst Du den Super league triathlon, der nächstes Wochenende in Rotterdam stattfindet? Der Veranstalter möchte neben der Weltspitze auch den Paratriathlon bekannter machen und fragt, ob wir noch eine Frau an den Start bringen könnten,“ so Tom Kosmehl, unser Bundestrainer am anderen Ende der Leitung.

„Wow, na klar! Ich bin dabei!“

`Oh! Ein Indoorwettkampf, Schwimmen also ohne Neoprenanzug! Oke, Radfahren wird auf der Rolle durchgeführt, dann müßte ich mein Rad nochmal wechseln! Und das Laufen schließlich findet auf Skillmill Laufbändern statt und das sollte man unbedingt vorher trainiert haben!`

Gestern Abend noch beinah surreal, habe ich heute die ersten Meter auf solch einem Gerät absolviert! `Neu Laufen lernen, kann ich ja! Also wird das auch schon laufen!` Ein paar „stay at home“ Trainingstage bleiben uns noch, um uns auf dieses Event vorzubereiten!

Immer wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere!

27. Januar 2021

 ,Manchmal im Leben gewinnst Du und manchmal im Leben lernst Du, aber niemals gibst Du auf!

Der erste Trainingsblock ist geschafft! Die Coronawirren und Reisebeschränkungen haben auch ihr Gutes! Fehlte uns zwar die Sonne der Canaren, dafür brauchten wir keine Koffer zu packen und hatten keine Anreisezeit und somit gab es etwas mehr Ruhe im Trainingsplan. So hab ich kaum gespürt, dass erst nach dreieinhalb Belastungswochen eine Entlastungswoche angesetzt war.

Die erste Standortbestimmung beim Spiroergometrietest fand dann auch Mitten im intensiven Training statt. Das wichtigste Fazit für mich: wenn ich meine echte Kapazität wissen möchte, werde ich vor dem nächsten Test deutlich mehr Gas rausnehmen. Während ich etwas enttäuscht 10 Watt vor meiner eigenen Zielvorgabe ausgepowered war, konnten Göran und Huib die Leistung schnell relativieren. Mit einem Gefühl von „jetzt erst recht!“ hatte ich nachmittags einen extra Schubs, meine Energie auf die Rolle zu treten und war nach den 10×90 s Endbelastung wieder zufrieden mit meiner Radleistung.

Nicht immer läuft es rund. Viele Sportler kennen das, verletzungsbedingt aus ihrem normalen Trainingsalltag herausgeschmissen zu werden und selbst Ziele ins Wanken geraten. Wenn die normalen Strategien von Entlastung, Dehnen und vorsichtigem Testen nichts bewirken, müssen die Profis ran. Mein Physiotherapeut und Trainer Huib, Timo, der mich als Tumororthopäde seit meiner Amputation begleitet (und inzwischen selbst wieder läuft und Rad fährt) und Ludger, der mit viel Engagement und Leidenschaft immer wieder an den Prothese baut, suchten gemeinsam nach dem Weg raus.

Weil Schmerzen mich schon wochenlang hemmten, stand eine Operation an meinem amputierten Bein zur Diskussion. Zum Glück setzte sich Huibs Strategie mit einem intensiven Beinkraft- und Rumpfstabilitätstraining durch.

Gezielt baue ich seitdem fehlende Kraft und Balance wieder auf, täglich gibt es eine extra Trainingseinheit.  Es braucht Geduld und Biss wochenlang– aber es lohnt sich und so knüpfe ich jetzt langsam wieder an meiner Laufleistung an – und das bei aufbauender Gesamtbelastung und Trainingsdauer. Eine Laufanalyse bei Michael Möller in Münster, der sich als Orthopädietechniker auf individuell angefertigte Karbonschuheinlagen spezialisiert hat, soll zusätzlich die Balance zu meinen Alltagsprothese und Lauffeder verbessern. Ich bin riesig gespannt und freue mich auf nächste Woche!

Noch ein Highlight aus diesem Trainingsblock: Vor einem Jahr konnte ich 50 Meter im Schwimmbad in 1 min absolvieren. Mit Andy als Schwimmcoach und Huib´s Trainingsinhalten aus Technik, Power und Abwechslung und 4-5 Schwimmeinheiten in der Woche. Detail für Detail arbeiten und manchmal gibt es dabei einen aha-Effekt und das ganze Schwimmgefühl verändert sich! Auf einmal gelingen alle 50iger unter 50 Sekunden!

Also weiter so, ganz nach Andy´s Motto: es wird nicht leichter, aber schneller! Jetzt bin ich so optimistisch und fast ungeduldig, dass ich schon mal nach Flügen und Unterkunft für das erste Qualifikationsrennen Ende März in Miyazaki /Japan recherchieren.

Alles hat auch eine Chance.

o eine Startklasse ist nicht paralympisch, allerdings kann ich in der leichter behinderten Klasse den Wettstreit wagen, um unter den besten 9 Athleten der Welt einen Startplatz zu erstreiten. Als ich mich vor 2 Jahren zu meinem ersten internationalen Wettkampf anmeldete, wollte ich einfach für einen Vergleich antreten, ein Jahr später stand ich plötzlich nach meinem ersten World Series Sieg auf Platz 10 im olympischen Ranking.

Ein Podiumplatz muss noch her, um zu den besten 9 zu gehören – und wir fliegen nach Tokio! Wenn die Qualifikationswettkämpfe wieder beginnen, müssen wir alles rausholen, was in mir sitzt! Und das kann nur mit einem guten Team gelingen! Ein gut ausgeklügelter Trainingsplan ist die Grundlage für strukturiertes Arbeiten.

Huib als mein Trainer arbeitet genau und streng um mich nach einer Verletzung wieder aufzubauen, zu stabilisieren und dabei auch an die Grenzen zu führen, um darüber hinauszuwachsen. So detaillierte Arbeit motiviert mich! In den nächsten Wochen erzähle ich Euch, wer noch zu meinem Dream-Team gehört und wie wir zusammen an Details arbeiten, um auf den Punkt top fit anzutreten.

Am Wochenende geht es zu einer ersten Standortbestimmung ins Labor nach Rheine zur Spiroergometrie. Ich bin gespannt, was der Weihnachtstrainingsblock, den wir coronabedingt zu Hause absolviert haben statt in der Sonne auf den Canaren, gebracht hat!

14. Januar 2021

Hallo,

ich bin Elke van Engelen, zusammen mit meinen Mann Huib haben wir vor ca. 8 Jahren den Triathlonsport für uns entdeckt und schon 2015 finishten unsere erste Langdistanz. 2016 machte eine Tumordiagnose die Amputation meines linken Unterschenkels notwendig. Sehr schnell begann ich mit Aufbautraining ohne zu ahnen, wohin das bis heute führen könnte.

Alles hat auch eine Chance! So schaue ich zu Beginn dieses Jahres zuversichtlich, mich für die Paralympics in Tokio zu qualifizieren. Ich trainiere dafür inzwischen mit viel Freude und Elan strukturiert nach ausgeklügelten Trainingsplänen meines Mannes, um zusammen mit Leistungssprung sozusagen den Sprung ins Olympiakader Paratriathlon zu schaffen. 

Alles hat auch eine Chance.

o eine Startklasse ist nicht paralympisch, allerdings kann ich in der leichter behinderten Klasse den Wettstreit wagen, um unter den besten 9 Athleten der Welt einen Startplatz zu erstreiten. Als ich mich vor 2 Jahren zu meinem ersten internationalen Wettkampf anmeldete, wollte ich einfach für einen Vergleich antreten, ein Jahr später stand ich plötzlich nach meinem ersten World Series Sieg auf Platz 10 im olympischen Ranking.

Ein Podiumplatz muss noch her, um zu den besten 9 zu gehören – und wir fliegen nach Tokio! Wenn die Qualifikationswettkämpfe wieder beginnen, müssen wir alles rausholen, was in mir sitzt! Und das kann nur mit einem guten Team gelingen! Ein gut ausgeklügelter Trainingsplan ist die Grundlage für strukturiertes Arbeiten.

Huib als mein Trainer arbeitet genau und streng um mich nach einer Verletzung wieder aufzubauen, zu stabilisieren und dabei auch an die Grenzen zu führen, um darüber hinauszuwachsen. So detaillierte Arbeit motiviert mich! In den nächsten Wochen erzähle ich Euch, wer noch zu meinem Dream-Team gehört und wie wir zusammen an Details arbeiten, um auf den Punkt top fit anzutreten.

Am Wochenende geht es zu einer ersten Standortbestimmung ins Labor nach Rheine zur Spiroergometrie. Ich bin gespannt, was der Weihnachtstrainingsblock, den wir coronabedingt zu Hause absolviert haben statt in der Sonne auf den Canaren, gebracht hat!

Noch Fragen?

Sprich uns an!